Pfarrbrief und Termine
Pfarrbrief
Pfarrbrief Oktober und November
Liebe Mitglieder und Freunde unserer Pfarrgemeinde St. Flora,
der Monat Oktober ist der Monat der Ernte und der Weinlese in den Weinbergen. So kommt mir der Gedanke, dass der Weinberg ein altes Bild für das Volk Israel ist. - Dieses Bild dürfen wir auch auf uns Leben ¸übertragen, denn wir alle sind wie ein Weinberg, den der Winzer mit liebenden Augen betrachtet. – Und was hat er nicht alles für den Weinberg getan – wie viel Liebe, wie viel Arbeit hineingesteckt.
Dieser Winzer prägt in seiner liebevollen Art unseren Lebensweg. Und so dürfen wir dankbar sein für all das, was uns die vergangene Sommerzeit geschenkt hat.
Der Monat Oktober kündigt aber auch neben der Ernte die Zeit des Herbstes an. Und er erzählt uns neben der Vielfalt der Farben ebenso vom Sterben der Bäume und Pflanzen. Ist das doch ein Gedanke, dem wir gerne ausweichen.
Jedoch stellt sich der Monat November in unserem Lebenslauf diesem Gedanken und so bezeichnen wir ihn auch immer wieder als ‚Totenmonat‘.
Kürzlich entdeckte ich auf einer Traueranzeige das Symbol der Pusteblume. Diese Pusteblume erinnerte mich an den Psalm 103, wo es heißt: ‚Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie die Blume des Feldes. Fährt der Wind darüber, ist sie dahin, der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr‘.
Vielleicht hat Sie der Löwenzahn bei Ihrer Arbeit schon oft geärgert, weil er sich ¸überall sein Terrain erobert und zäh verteidigt. Aber bei dieser Blume haben Sie ein Leben lang das Geheimnis des Lebens vor Augen. Wie die kleinen Fallschirme der Pusteblume ¸überall hinfliegen, so können auch die guten Seiten eines Verstorbenen Sie ¸überallhin begleiten und Wurzeln schlagen. Das sind die Samenkörner für morgen.
So erinnert uns der November auch an die Auferstehung. Der Löwenzahn blüht, zunächst im prallen Gelb wie eine goldene Sonne. Und wenn er verblüht ist, dann treten an die Stelle der Blüte diese kleinen Fallschirme. Und diesen Verwandlungsprozess erwarten wir auch im Tod. - An diesen Prozess werden wir uns in zahlreichen Gedenkgottesdiensten und Gedenkfeiern erinnern.
Dazu lade ich Sie ein. Auf diese Weise wird diese Zeit eine gesegnete Zeit für uns und unsere Verstorbenen.
Ihr Pfarrer Rudolf Liebig